Mittwoch - 21. Juli 2010
CHEMPARK Leverkusen:
Repower plant den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks
CURRENTA soll technische Betriebsführung übernehmen / Investition von rund 340 Millionen Euro steigert Wettbewerbsfähigkeit des CHEMPARK und unterstützt die Repower-Tätigkeit in Deutschland
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| Dr. Ernst Grigat, CHEMPARK-Leiter Leverkusen; Dr. Daniel Fritsche, Projektleiter Repower AG; Heiko Schmitt, Projektleiter Currenta und Felix Vontobel, stellv. CEO Repower AG, (v.l.) stellen in der Wiesdorfer Bürgerhalle gemeinsam das neue Investitionsprojekt "Gas- und Dampfkraftwerk" vor". |
Leverkusen/Poschiavo – Die Schweizer Energieunternehmung Repower plant, auf dem Gelände des CHEMPARK Leverkusen ein Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) mit einer Leistung von circa 430 Megawatt zu bauen. Insgesamt sollen rund 340 Mio. Euro investiert werden. Der Betrieb des Gas- und Dampfkraftwerks schafft etwa 25 hoch qualifizierte Stellen. Auf Basis der umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erreicht die Anlage einen Brennstoffnutzungsgrad von über 80%. Als Betreiber und Manager des CHEMPARK Leverkusen soll CURRENTA Dampf aus dem Kraftwerk beziehen und damit die Unternehmen am Standort versorgen.
Das Kraftwerksprojekt der Repower AG wird in enger Zusammenarbeit mit CURRENTA entwickelt. In dem modernen Kraftwerk wird sowohl Strom für die Kunden von Repower auf dem deutschen Markt als auch Dampf für den CHEMPARK produziert. Repower kann weitere eigene Kraftwerkskapazitäten in ihrem Schlüsselmarkt Deutschland aufbauen, CURRENTA sichert eine hoch effiziente und kostengünstige Versorgung der im CHEMPARK Leverkusen ansässigen Unternehmen mit Dampf.
Hoher Wirkungsgrad
Das Kraftwerk verfügt über eine elektrische Leistung von ca. 430 Megawatt. Mit dieser Leistung können jährlich rund 800.000 deutsche Haushalte mit Strom versorgt werden. Durch die zusätzliche Einspeisung von Prozessdampf in das Leitungsnetz des CHEMPARK Leverkusen wird aus dem GuD-Kraftwerk eine KWK-Anlage, die einen sehr hohen Brennstoffnutzungsgrad von über 80% erreicht. Die Auslegung des Kraftwerks wird speziell auf die Bedürfnisse der Chemiepark-Partner abgestimmt, sodass die Dampfversorgung bedarfsgerecht auf unterschiedlichen Druckstufen erfolgen wird. Für den Bau des Kraftwerks setzt Repower aus Überzeugung modernste Komponenten und Technologien ein.
Die neue Anlage würde die bestehenden Gaskessel in den Kraftwerken im CHEMPARK Leverkusen um eine klimafreundlichere und wirtschaftlichere Technologie ergänzen. Damit wird eine besonders effiziente Energiebereitstellung zu verbrauchsintensiven Zeiten ― also in der Regel werktags ― gewährleistet.
Derzeit werden alle für das Genehmigungsverfahren erforderlichen Unterlagen vorbereitet.
Starke Basis für Tätigkeit im deutschen Markt
Deutschland ist für Repower ein Schlüsselmarkt und für die Marktaktivitäten des Unternehmens von großer Bedeutung. Zusätzliche Produktionskapazität ist die Grundlage für den weiteren Ausbau der Repower-Tätigkeiten auf diesem Markt. Die Anlage in Leverkusen wird zu 100% Eigentum von Repower sein.
Repower setzt auf ein breites Produktionsportfolio; erst kürzlich gab die Firma den Kauf von zwei Windparks in Prettin (Sachsen-Anhalt) und in Lübbenau (Brandenburg) bekannt. „Mit dem künftigen Kraftwerk in Leverkusen werden wir unsere eigene Produktionsbasis in Deutschland deutlich stärken und diversifizieren können“, kommentiert Felix Vontobel, stellvertretender CEO und Leiter Anlagen, das Projekt. „Damit können wir unsere Handels- und Vertriebstätigkeiten in Deutschland auf eine starke eigene Basis stützen, was uns auch die Weiterentwicklung dieses Marktes ermöglicht.“
Der CHEMPARK – ein idealer Standort im Zentrum Europas
Auch für den CHEMPARK ist eine zuverlässige, umweltgerechte und kostengünstige Energieversorgung von großer Bedeutung. „Wir freuen uns, wenn wir mit der Schweizer Firma Repower einen neuen wichtigen Partner im CHEMPARK Leverkusen begrüßen dürfen. So rücken wir auch unserem Ziel ― Europas attraktivster Chemiepark zu werden ― wieder ein Stück näher“, betont der CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat. „Für uns ist Dampf einer der wichtigsten Energieträger bei der Herstellung von chemischen Produkten. Durch die Flexibilität des modernen Kraftwerks gestalten wir die Energieversorgung dann auch weiterhin bedarfsgerecht und effizient.“, so Grigat.
Der Geschäftsführer des CHEMPARK-Betreibers CURRENTA, Dr. Klaus Schäfer, hebt die besondere Bedeutung des Klimaschutzes bei diesem Projekt hervor: „Das geplante Kraftwerk trägt dazu bei, dass wir auch in Zukunft auf eine umweltfreundliche Energieversorgung zurückgreifen können. Und: Wir unterstützen damit auch die Ziele der Bundesregierung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil des umweltschonenden, in Kraft-Wärme-Kopplung produzierten Stroms bis zum Jahr 2020 auf 25% zu erhöhen. Da die chemische Industrie zu den energieintensiven Branchen gehört, ist der CHEMPARK bestens geeignet, die Ziele der Bundesregierung zum Erreichen der 25%-Marke für KWK-Strom zu unterstützen.“
Ein positives Signal für die Region
Das neue Kraftwerk im CHEMPARK ― der sowohl auf Leverkusener als auch auf Kölner Stadtgebiet liegt ― stellt auch ein besonders wichtiges Signal für die beiden Städte und somit für die gesamte Region dar. „Die heutige Nachricht tut unserer Stadt gut. Für Leverkusen ist das eine begrüßungswerte Initiative und Investition, die die Unternehmen am Standort sichert. Die geplante Investition für ein neues Gas- und Dampf-Kraftwerk im CHEMPARK Leverkusen ist ein eindeutiges Bekenntnis zum Standort. Wir freuen uns“, sagt Stadtkämmerer Rainer Häusler in Vertretung für Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn.
Dr. Frank Obermaier, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Leverkusen, freut sich ebenfalls: „Der Wirtschaftsstandort Leverkusen beweist mit der aktuellen Investition im CHEMPARK einmal mehr, dass er lebendig und wettbewerbsfähig ist. Die Investition in ein neues GuD-Kraftwerk ist eine gute Nachricht für Leverkusen und den CHEMPARK, denn die Rahmenbedingungen für eine effiziente Produktion ― und damit für zukunftsfähige Arbeitsplätze ― werden weiter verbessert.“
Für die Stadt Köln ist das geplante GuD-Kraftwerk ebenfalls von großer Bedeutung. Oberbürgermeister Jürgen Roters: „Köln ist Industriestadt ― Fahrzeugbau, chemische Industrie, Maschinenbau und Elektrotechnik sind die Fundamente dieses erfolgreichen Standortes. Dieser braucht ausreichend Fläche, die im CHEMPARK optimal angeboten wird. Und diese Industrien benötigen eine gesicherte Energieversorgung. Dafür wird im CHEMPARK Leverkusen dieses neue große Investment geplant, das die Zukunftsfähigkeit der Region sicherstellt.“
Auf einen Blick: CHEMPARK und CURRENTA
Der CHEMPARK ist mit einer Gesamtfläche von elf Quadratkilometern einer der größten Chemieparks Europas. An seinen drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen bietet er über 70 Unternehmen Raum für Forschung, Entwicklung, Produktion und Dienstleistung. Ein Drittel der chemischen Industrie Nordrhein-Westfalens ist im CHEMPARK ansässig. Rund 45.000 Menschen gehen hier ihrer Beschäftigung nach. CURRENTA – Manager und Betreiber des CHEMPARK – bietet seinen Kunden unter anderem Energieversorgung, Entsorgung, Sicherheitsdienstleistungen sowie Unterstützung beim Einholen von Genehmigungen. Die CHEMPARK-Firmen bilden untereinander einen Produktverbund mit rund 10.000 Stoffen. Der Schifffahrtsweg Rhein verbindet alle drei CHEMPARK-Standorte mit den internationalen Seehäfen Antwerpen und Rotterdam. Zusätzlich sind sie über die internationalen Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn sowie über das europäische Schienen- und Straßennetz bestens zu erreichen.
Auf einen Blick: Repower-Gruppe
Repower ist eine international operierende Unternehmensgruppe der Energiebranche mit Hauptsitz in Poschiavo (Schweiz) und weiteren Standorten in Klosters, Ilanz, Bever, Landquart, Zürich, Mailand, Dortmund, Prag und Bukarest. Repower erreicht pro Jahr rund zwei Milliarden Franken Umsatz durch den Verkauf von rund 14,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom sowie von Gas. Als Stromhändlerin mit Tradingstandorten in Poschiavo, Mailand und Prag ist die Unternehmung an mehreren europäischen Strombörsen präsent. In den eigenen Kraftwerken in Graubünden und in Italien produziert Repower im Durchschnitt jährlich rund 2100 Millionen kWh Strom. Über 50 000 Kunden versorgt Repower direkt mit elektrischer Energie und weitere 25 000 Kunden indirekt über lokale Wiederverkäufer, vor allem im Kanton Graubünden. In Italien und in Deutschland verkauft das Unternehmen Strom an mittelgroße Gewerbekunden und Gemeinden, die in Italien auch mit Gas bedient werden. Repower beschäftigt rund 620 Mitarbeitende, plus über 30 Lernende in der Schweiz und 400 Agenten in Italien. Über 400 der Stellen bietet die Unternehmung in Graubünden an.
Kennzahlen 2009
 | 2009 | Veränderung zum Vorjahr |
 | Mio. CHF | Mio. EUR |  |
| Gesamtleistung | 1 959 | 1 297 | - 1 % |
| Gewinn vor Finanzierung und Ertragssteuern (Ebit) | 137 | 91 | - 26 % |
| Gruppengewinn einschließlich Minderheiten | 111 | 74 | + 18 % |
| Bilanzsumme | 2 389 | 1 607 | + 9 % |
| Eigenkapital (38 % der Bilanzsumme) | 912 | 614 | + 11 % |
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 | GWh |  |
| Total Energieabsatz | 14 432 | + 15 % |
| davon Handel | 10 192 | + 23 % |
| Vertrieb | 4 010 | + 2 % |
| Pumpen, Eigenbedarf, Verluste | 230 | - 34 % |
 |  |  |
Total Energiebeschaffung |
14 432 |
+ 15 % |
| aus Handel | 11 596 | + 27 % |
| Eigenproduktion | 1 778 | - 26 % |
| Beteiligungsenergie | 1 058 | - 2 % |
Die Unternehmung führt ihre Bücher in Schweizer Franken. Die auf dieser Seite zur Information angeführten Euro-Beträge beruhen auf dem Durchschnittskurs (Erfolgsrechnung) beziehungsweise Stichtagskurs (Bilanz). Repower ist an der Schweizer Börse SIX in Zürich kotiert
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